Sicherheitshinweis zur Verwendung der Vorderradbremse beim 14" FIZZ-Kinderfahrrad !!!

Ein unabhängiges Testinstitut hat festgestellt, dass die Bremskräfte am Reifen der 14“ FIZZ-Kinderfahrräder bei bestimmten Bremsbetätigungskräften die maximalen Normwerte übersteigen. 

Ein zu starkes Bremsen an der Vorderradbremse kann zu Stürzen führen!

Bei 60 N* Handkraft wirken bei dem 14“ FIZZ entsprechend den Testergebnissen 154,7 N. Laut Norm dürften diese jedoch nur maximal 140 N betragen. Bei 80 N Handkraft wird der Maximalwert  von 180 N um 29,2 N übertroffen.

Bei der anfänglichen Handkraft von 40 N sind die voreingestellten 14“ FIZZ-Kinderfahrräder im Normbereich. Die erzielte Bremswirkung entspricht dabei auch der Mindest-Bremswirkung bei 60 N und 80 N. 
  • * Was besagt die Maßeinheit N?

    * N (Newton) ist die Maßeinheit für Kraft. 


    Für die Vergleichbarkeit und Verständlichkeit: 10 N entspricht auf unserem Planeten Erde die Gewichtskraft von etwa einem 1 kg schweren Objekt.

  • Was schreibt die Norm vor?

    Die für das 14" FIZZ-Kinderfahrrad gültige Norm ist die EN ISO 8098 (Sicherheitstechnische Anforderugen an Kinderfahrräder).


    Bremskräfte von Vorderrad-Handbremsen dürfen die nachfolgenden minimalen und maximalen Werte nicht unter- und überschreiten.

    • Bremsbetätigungskraft am Bremsgriff 40 N = min. 40 N und max. 100 N Bremskraft am Reifen.
    • Bremsbetätigungskraft am Bremsgriff 60 N = min. 50 N und max. 140 N Bremskraft am Reifen.
    • Bremsbetätigungskraft am Bremsgriff 80 N = min. 60 N und max. 180 N Bremskraft am Reifen.

    Der Test hat ergeben, dass das 14" FIZZ-Kinderrad bei den höheren Werten 60 N eine Bremskraft von 154,7  N und bei 80 N eine Bremskraft von 209,2 N. 




  • Wie ist die Bremskraft bei dem 14" FIZZ zu bewerten?

    Der Test hat ergeben, dass das 14" FIZZ-Kinderrad bei der Bremsbetätigungskraft 60 N eine Bremskraft von 154,7  N und bei 80 N eine Bremskraft von 209,2 N aufweist. Die Vorderradbremse kann demnach bei einer kräftigeren Betätigung zu stark wirken. 


    Wenn die Vorderradbremse durch eine Handkraft ab etwa 60 N zu kräftig wirkt, kann womöglich die Kontrolle beim Fahrradfahren verloren gehen - auch kann das Vorderrad im Extremfall blockieren und ein Abwurf über den Lenker (Überschlag) ist bei größerer Geschwindikeit möglich. 


    Daher muss auf jeden Fall die Bremsleistung der werkseitig voreingestellte Bremse entsprechend den nachfolgenden Möglichkeiten reduziert werden.

Um die Bremswirkung normgerecht zu reduzieren, empfehlen wir für die verwendete Felgenbremse (eine V-Brake) verschiedene Einstellungsmöglichkeiten. Die nachfolgend beschriebenen Möglichkeiten sind auch kombinierbar, daher sollten diese  vor der Umsetzung untereinander abgewogen werden.


Grundeinstellung:  Die Bremsschuhe sind so positioniert, dass sie bei angezogener Handbremse mit der gesamten Reibfläche anliegen. Die sogenannte Federvorspannung ist im mittleren Einstellungsbereich. Der Abstand zwischen Bremsschuhe und Felge bei nicht betätigter Bremse beträgt, wie bei der V-Brake üblich, in der Grundesinstellung rechts und links jeweils ca. 1-2 mm. Durch Ziehen am Handbremshebel werden die Bremsarme zusammengedrückt. Dadurch gelangen die Bremsschuhe seitlich an die Felge.


Der Produkttest hat jedoch gezeigt, dass bei dieser Einstellung und bei höherer Handkraft, ab 60 N, die Bremswirkung zu hoch ist.


Möglichkeit 1: Eine erste Maßnahme ist, dass der Abstand zwischen dem Bremschuhen und der Felge beidseitig auf ca. 2 bis 3 mm vergrößert wird. Hierdurch wirken die Bremskräfte erst verzögert, nachdem der linke  Handbremshebel betätigt wird. Die Anfangskraft, die für die Betätigung des Bremsenmechanismus verwendet wird, verläuft noch ohne Bremseffekt. Zudem wird die volle Bremskraft erst bei einem größeren Druckpunkt der Bremshebel erreicht. Unter Umständen schlägt der Bremshebel bereits vor Erreichen der 80 N an den Bremsgriff, so dass die zu hohen Bremskräfte nicht mehr erreicht werden können.


Der Bremszug muss dazu entsprechend wie folgt gelockert werden: Vor dem Öffnen der Klemmschraube mit einem 5 mm Inbusschlüssel sollte das Zugführungsrohr aus dem Rohrgegenhalter gehakelt werden. Dazu werden die Bremsarme in Richtung Felge gedrückt. Bei gelockerter Zugklemmschraube wird der Bremszug auf Seite des Faltenbalgs um ca. 2 mm verlängert. Der Abstand zwischen den Bremsarmen wird so entsprechend vergrößert. Anschließend wird die Zugklemmschraube entsprechend festgedreht und das Zugführungsrohr abschließend wieder in den Rohrgegenhalter gesteckt.


Der neue Abstand zwischen den Bremsschuhe und der Felgenflanke sollte nun 2 mm bis 3 mm betragen. Wir weisen jedoch darauf hin, dass diese "lockere" Einstellung nicht dem Grundgedanken einer wirksamen V-Bremse entspricht!   

Möglichkeit 2: Eine sehr einfache und wirksame Maßnahme zur Reduzierung der Bremsleistung ist die Erhöhung der Federspannung an den Federeinstellschrauben. Die Federn befinden sich geschützt zwischen den sogenannten Pivots (Drehachse an der Vorderradgabel) und am Drehpunkt der Bremsarme. Werkseitig sind die Federkräfte der Vorderradbremse im mittleren Bereich eingestellt. Die beidseitigen Federeinstellschrauben befinden sich in der Grundeinstellung in mittlerer Position. Durch das Anziehen der Einstellschraube (Rechtsdrehung) wird die Feder stärker gespannt. Auf beiden Seiten können die Einstellschrauben zunächst bis zum Anschlag hineingedreht werden. Nach Betätigung des Handbremshebels kann es jetzt zur einseitigen Funktion der Bremse kommen. Hierzu wird die Einstellschraube des weiter ausstehenden Bremsarms wieder so weit linksherum gedereht, bis die Bremsarme rechts und links synchron ziehen.


Für die gleiche Bremsleistung muss jetzt mehr Handkraft aufgewendet werden. Die Veränderung wird durch diese Maßnahme bereits spürbar sein.

Möglichkeit 3:  Die Federn, die geschützt zwischen den sogenannten Pivots (Bremssockel an der Vorderradgabel) und den beiden Bremsarmen verbaut sind, regeln die Rückholkraft der Bremsarme. Die sogenannte Vorspannung (Federspannung an den Bremsarmen) kann deutlich erhöht werden. Dazu müssen die beiden Rückholfedern in eine andere Position gebracht werden.


Hierzu wird zunächst mit einem 5 mm Inbusschlüssel, wie in Möglichkeit 1 beschrieben, das Bremsseil gelöst. Anschließend werden mit dem selben Werkzeug (wie nachfolgend bebildert) die Bremsbefestigungsschrauben aus den Pivots (Bremssockeln) geschraubt. Nachdem die Bremsarme nach vorn abgezogen wurden, sind auf der Rückseite der Arme die Metallenden der Federn zu sehen. Diese Federdrahtenden sind in der Grundeinstellung im mittleren Loch des Sockels gesteckt. Die Federkraft wird erheblich erhöht, wenn diese Drahtenden nun in die oberen beiden Löcher gesteckt werden. Im Anschluss daran werden die Bremsbefestigungsschrauben wieder festgezogen und auch der Bremszug an der Klemmschraube befestigt. Die Empfehlung 1 lässt sich mit dieser Einstellung gut kombinieren.


Durch diese Erhöhung der Rückholkraft muss deutlich mehr Kraft für die Bremswirkung aufgebracht werden. In der Regel widerspricht es der Logik, weil ja eine Bremse kinderleicht zu nutzen sein soll. Jedoch kann so ein Blockieren der Vorderräder verhindert werden.  


Möglichkeit 4: Die Verwendung eines kleinen ergänzenden Bauteils am Zug der Vorderradbremse ist ebenfalls möglich.


Ein sogenannter Power-Modulator soll die Dosierung der Bremskraft erleichtern und kann bei Kinderfahrrädern auch als Bremskraftbegrenzer genutzt werden. Der Modulator enthält intern eine Feder, die bei größerer Handkraft die Bremskraft sanfter und gradueller dosiert.


Eine höhere Kraft der Bremsbetätigung wird durch ein Federsystem in dem Power-Modulator aufgenommen und begrenzt. Im optimalen Fall sollte die Bremskraft vor einer Reifenblockade zur Begrenzung der wirksamen Kräfte kommen. Laut Herstellerangabe wird dies und ein Blockierschutz jedoch nur innerhalb eines bestimmten Bremskraftbereichs erreicht. Sobald jedoch der Wirkungsbereich des Power-Modulators überschritten wird, ist die Wirkung der Handkraft wieder voll vorhanden. Dann kann die (plötzliche) Bremswirkung höher als beabsichtigt ausfallen und das Vorderrad möglicherweise spontan blockieren. Mit der Funktion eines Power-Modulators muss man sich vertraut machen und auch unter sicheren Bedingungen testen.


Die Montage eines Power-Modulators ist recht reinfach. Auch hierzu muss der Bremszug wie unter Empfehlung 1 gelöst werden. Nach Entfernung der Endkappe am Bremszug wird dieser aus dem gebogene Zugsführungsrohr gezogen. Der Bremszug wird durch den Power-Modulator gezogen. Dabei ist unbedingt die Ausrichtung des Power-Modulators (siehe nachfolgendes Bild) zu beachten. Anschließend wird der Bremszug wieder durch das Zugführungsrohr gefädelt und am Ende wieder durch die Klemmschraube befestigt. Ein zuvor entfernte Endkäppchen sollt aus Sicherheitsgründen wieder am Zugende befestigt werden.    

 
Wir weisen darauf hin, dass die Wirkung des Power-Modulators sich erst in den oberen Kraftbereichen entfaltet. Diese sind für die meisten Kinder im Alter von etwa 4 Jahren ohnehin nicht möglich.

Üben Sie mit Kindern auf jeden Fall das sichere und dosierte Bremsen! Die Bremsen an den kleinen Kinderfahrrädern sollten auch kinderleicht nutzbar sein. Bei hohen Handkräften kann aber gerade bei leichten Kindern eine zu hohe Bremswirkung moderner V-Bremsen zu unkrontrolliertem Fahrverhalten und bei höheren Geschwindigkeiten auch zu unerwarteten Überschlägen führen!   

Wenn besorgte Kundinnen und Kunden es vorziehen, dass die Einstellung bzw. Änderung bei den  betroffenen 14" FIZZ-Kinderfahrrädern durch unseren Service durchgeführt werden sollen, dann übernehmen wir eine kostenlose Abwicklung und für sicher verpackte Kinderfahrräder auch die anfallenden Transportkosten. 

Die Korrektur ist üblicherweise auch in Fahrradfachbetrieben möglich. Die Kostenübernahme muss jedoch im Vorfeld mit unserem Service abgestimmt werden.  

Einen Power-Modulator aus Empfehlung 4 senden wir Kunden eines 14" FIZZ-Kinderfahrrads bis Lieferung 2025 gerne kostenlos zu. Wir empfehlen den Einbau aber nur durch geschulte Fahrradfachpersonen durchführen zu lassen. Auch im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte immer an eine entsprechende Expertise! 


Ansprechpartner bei Bachtenkirch ist Mathias Fromm, 02924-878989, support@bachtenkirch.com. 


Kontakt kann aber auch über das Online-Formular aufgenommen werden.

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Die Produktion der 14“ FIZZ-Kinderfahrräder erfolgt ab sofort mit einer werkseitig voreingestellten erhöhten Federspannung, so dass mehr Handkraft für die Bremswirkung aufgebracht werden muss. Erkennbar sind diese Produkte durch den Stichvermerk 2026 ff.

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